Resolution Berliner Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt

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Resolution Berliner Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt

Wir, ein Bündnis aus Berliner Migrant_innenselbst-organisationen, haben uns zusammengeschlossen, um gemeinsam Stellung gegen Homophobie, Trans*feindlichkeit und Sexismus zu beziehen.

Als Vereine, die sich für die soziale und politische Gleichstellung von Migrant_innen und Geflüchteten sowie ihren Nachfahren, People of Color und Schwarzen Menschen einsetzen, lehnen wir die Herabsetzung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer sexuellen Orientierung ab. Dabei richten wir ein besonderes Augenmerk auf mehrfachzugehörige Menschen, die zugleich Rassismus und/oder Diskriminierung aufgrund der Herkunft, sowie Sexismus, Homophobie und/oder Trans*feindlichkeit erfahren.

Unser Anliegen ist es Homofeindlichkeit, Sexismus und Trans*feindlichkeit in unseren Vereinen abzubauen, damit auch lesbische, schwule, trans* und intergeschlechtliche Menschen (LSBT*I*) aus unseren Communities einen geschützt(er)en Raum ohne Diskriminierungen und Rassismus finden. Wir sind davon überzeugt, dass eine Allianz mit LSBT*I* of Color mit Migrationsgeschichte sowie Schwarzen LSBT*I* im Hinblick auf unsere Bemühungen für eine chancengleiche Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung wichtig ist.

Wir fühlen uns aufgerufen, gegen die homophoben und transphoben Tendenzen, die sich in allen gesellschaftlichen Bereichen in Deutschland abbilden, Stellung zu beziehen. Gleichzeitig weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass Homophobie und Trans*feindlichkeit keine besonderen Probleme von Migrant_innen, People of Color und Schwarzen Menschen, sondern gesamtgesellschaftliche Probleme sind. Wir betrachten die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als wertvollen Teil unserer pluralistischen Gesellschaft von der wir als Migrant_innen, PoC und Schwarze Menschen einen Teil bilden. Aus Erfahrung wissen wir: Eine Wende in Umgang mit Minderheiten bedarf Bildungs-, Sensibilisierungs- und Empowermentarbeit. Mit Schrecken verfolgen wir jedoch das Schwinden von öffentlichen Geldern für eine solche Arbeit. Vereine wie Migrant_innenselbstorganisationen sind wertvolle Schlüsselstellen für eine solche Arbeit. Gerade für die Bildung- und Sensibilisierungsarbeit an den Schnittstellen von Diskriminierungen wie Rassismus und Homophobie/Trans*feindlichkeit müssen Migrant_innenselbstorganisationen bei der Projektförderung federführend beteiligt werden.

Wir erklären:

  • LSBT*I* aus unseren Communities /LSBT*I* of Color sind Teil unserer Communities und somit Teil unserer Vereinsarbeit.

  • Wir lehnen Homophobie und Transphobie ab.

  • Wir bemühen uns in unseren Einrichtungen Homophobie und Transphobie abzubauen.

  • Wir solidarisieren uns mit LSBT*I* of Color, nicht nur im Kampf gegen Rassismus.

Wir fordern:

  • Migrant_innen und People of Color darf keine größere oder besondere Form von Homo- und Transphobie unterstellt werden.

  • In der Arbeit gegen Homo- und Transphobie dürfen Menschen nicht auf Grund ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe als „Zielgruppe“ definiert werden.

  • MSO die sich im Bereich Antidiskriminierung von LSBT*I* in ihrer Community engagieren, müssen Zugang zu finanziellen Ressourcen für entsprechende Projektförderung erhalten.

  • Projekte und Aktionen, die Homophobie und Transphobie bekämpfen, dürfen nicht rassistisch sein. Projekte und Aktionen, die Rassismus bekämpfen, dürfen nicht homophob oder transphob sein.

Warum Resolutionen?

Eine Resolution ist eine gemeinsame Erklärung, in der auch bestimmte Forderungen erhoben werden.

Anlehnend an die Satzung des Migrationsrats möchten wir uns mit der Resolution deutlich gegen Homophobie und Transphobie positionieren. Denn kein Mensch soll aufgrund der Sexualität oder des Geschlechts diskriminiert werden. Durch die Solidaritätserklärung mit lesbischen, schwulen und Trans* Menschen mit Migrationsgeschichte, wollen wir deutlich machen, dass unsere Communities und Vereine divers sind und dass wir Rassismus, Sexismus und Homo- und Transphobie gemeinsam bekämpfen müssen. Dieser Gedanke ist auch der Grundstein unserer Forderungen: Homophobie, Transphobie und Sexismus sind gesamtgesellschaftliche Probleme und müssen auf allen Ebenen, von allen Akteur_innen angegangen werden. Mit dieser Resolution leisten wir einen Beitrag für eine gleichberechtigte Gesellschaft und kämpfen gegen das rassistische Klischee der „homophoben Migranten“.

Unterzeichnende Organisationen werden Teil des „Solidaritätsbündnis“. Im Auftrag dieses Bündnisses koordiniert der Fachbereich „Inklusive Communities“ die Öffentlichkeitsarbeit zu Themen die Homophobie, Transphobie und Rassismus betreffen. Die öffentliche Stellungnahme zu diesen Themen ist wichtig, damit lesbische, schwule und Trans* Menschen aus Migrant_innencommunities sehen, dass sie von ihren Vereinen unterstützt werden. Sie ist auch wichtig, um die unterzeichnenden MSO als Expert_innen für die Gestaltung einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft zu präsentieren. Die Sichtbarmachung von MSO, die sich mit den Themen „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ beschäftigen ist unter anderem von Bedeutung, um bei Fördermittelvergaben berücksichtig zu werden. Denn immer wieder bekommen Nicht-MSO Fördergelder, um Migrant_innen zu LSBT*I*-Themen zu „sensibilisieren“ und „aufzuklären“. So entsteht schnell ein Spannungsfeld  zwischen Rassismus und Homo-/Transphobie.

Resolution Berliner Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) zur sexuellen und geschlechtliche Vielfalt

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